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Es war die richtige Entscheidung

 

 

Die Auftaktveranstaltung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Zusammenschlusses von Leer in Horstmar vor genau fünfzig Jahren im Saal des Gasthofes Vissing war ein voller Erfolg. So freute sich dann auch Bürgermeister Robert Wenking über einen zufriedenstellenden Besuch.

Professor Dr. Anton Janßen stellte in einem kurzweiligen Bericht mit entsprechender PowerPoint-Präsentation die politische Entwicklung von Horstmar und Leer in der napoleonischen Zeit bis zur Gegenwart dar. Burchard Graf von Westerholt machte in charmanter Weise die Situation beim Zusammenschluss im Jahre 1969 deutlich. Für eine ausgezeichnete musikalische Unterhaltung sorgten Cornelia Becken mit der Querflöte und Raphael D. Marihart am E-Piano. Sie spannten den weiten Bogen von Skyfall mit Adele über Schindlers Liste von John Williams bis Waterloo von Abba; für jedes Jahrzehnt ab 1969 die passende Popmusik. Zum Zusammenschluss vor 50 Jahren stellte Bürgermeister Robert Wenking fest: "Es war die richtige Entscheidung. Der kleinere Ortsteil Leer wird nicht unterdrückt. Möge es so bleiben."

Professor Dr. Anton Janßen nannte als einen Meilenstein in der politischen Geschichte den Wiener Kongreß im Jahre 1815 mit der Bildung des neuen Kreises Steinfurt, zu dem auch das preußische Amt Horstmar mit der Stadt Horstmar, sowie die Kirchspiele Horstmar und Leer gehörten. Mit der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung, die im Jahre 1841 erlassen worden war, erhielten die drei Gemeinden Stadt Horstmar, Kirchspiel Horstmar und Kirchspiel Leer - letztere bestand jetzt unterschiedslos aus dem Dorf und den Bauerschaften Alst, Haltern und Ostendorf - eine gewisse Selbständigkeit zurück. Die drei hiesigen Gemeinden bildeten einen Verwaltungsbezirk: das Amt Horstmar. 1939 werden die Gemeinden Horstmar-Stadt und Horstmar-Kirchspiel vereinigt. Das Amt Horstmar wurde im Jahre 1969 beim Zusammenschluss von Horstmar und Leer aufgelöst.

Als Zeitzeuge vom Hörensagen bezeichnete sich Dr. Burchard Graf von Westerholt, der im Jahre 1967 geboren ist. Er habe von seinem Vater Carlfried Graf von Westerholt, der seit 1961 im Gemeinderat war, am Esstisch so einiges mitbekommen. Eine Begebenheit ist ihm in besonderer Erinnerung geblieben. Es gab damals in Leer 13 Ratsmitglieder, die über die Zukunft von Leer entweder mit Horstmar oder evtl. mit Burgsteinfurt abstimmen mussten. Es habe also bei einer Abstimmung über die Zukunft von Leer nicht zu einer Pattsituation kommen könne. Bei der Abstimmung sei aber sein Vater in Südtirol zum Skiurlaub, übrigens der einzige in seinem Leben. So endete die Abstimmung im Rat mit  6:6 Stimmen. Amtsdirektor Ernst Fasen habe daraufhin seinen Vater angerufen, an der erneuten Abstimmung am nächsten Tage teilzunehmen. Er sei damals eingeschneit gewesen, eine Rückkehr nach Leer daher schlicht unmöglich. Daraufhin habe man im Rat beschlossen, eine Bürgerbefragung durchzuführen. "Ein Wink Gottes, der liebe Gott hat im Hintergrund gelenkt" beurteilte Burchard Graf von Westerholt die Situation.